Auf den Knien im Liegen

Constance
22. Jänner 2007. Unser achter Jahrestag. Da wir wie die letzten Jahre zuvor aufgrund des Pleitegeiers unseren Jahrestag nicht in einem schicken Restaurant verbringen konnten, war wiedereinmal Kreativität gefragt. Diesmal entschlossen wir uns zu einem Winter-Picknick am Kahlenberg.

Leider machte uns Frau Holle einen Strich durch die Rechnung. So packten wir unseren klassischen Picknick-Korb mit Brot, Aufstrichen und Wein, klemmten die karierte Decke unter den Arm, und machten uns auf den Weg – ins Wohnzimmer. Wir breiteten die Decke auf dem Boden aus, machten einen auf romantisch mit Kerzenschein und legten, passend zur Jahreszeit, "l'inverni" von Verdi's "Le quattro stagioni" auf. Wir schnitten mit dem Picknickmesser rustikale Stücke vom Brotlaib ab, richteten sie stilecht auf den Plastiktellern an und suchten die ideale Lümmelposition auf dem Parkett.

Plötzlich zückte Daniel eine kleine Schachtel, positionierte seine Knie senkrecht auf dem Boden und stellte die Frage der Fragen in klassischer Stammelmanier. Vollkommen überrumpelt drückte es mir – als einer etwas unromantisch veranlagten Person eine doch nennenswerte – Schmalzträne in die Augen.

Da Ihr Euch auf unserer Hochzeitsseite befindet, habe ich wohl ja gesagt :)  

Daniel
22. Jänner 2007. Es war alles perfekt geplant. Ein Picknick am Kahlenberg. Es war zwar Ende Januar, aber nachdem sowohl Coco als auch ich ein wenig "anders" sind, war das ein weiterer Reiz. Was sie aber nicht wissen konnte: ich hatte etwas Besonderes vor.

Den Ring trug ich nun schon seit ein Monat lang mit mir herum, wahrscheinlich weil ich auf eine hollywoodreife Antragsmöglichkeit hoffte. Aber dass ich am Jahrestag die Frage der Fragen stellen würde, da war ich mir sicher.

Also hab ich alles für das Picknick geplant, nur um dann am Tag selbst zu merken, dass das Wetter nicht mitspielte.

Verdammt! Was mach ich denn da bloß? Ich kann doch nicht einfach die Frage aller Fragen beim McDonalds oder sonstwo fragen. Telefonische Anfrage bei der Zukünftigen, was wir denn nun mit dem fertigen Picknickkorb machen sollten, ergab die Lösung: wir picknicken einfach im Wohnzimmer. Ja, dachte ich mir, das ist ja fast noch besser als ein Winterpicknick … ein Winterpicknick im Wohnzimmer!!!

Nun, der Abend rückte näher … wir haben alles hergerichtet, komplett mit karierter Decke, Plastikgeschirr usw. Und weil es schon so schön dunkel geworden war, haben wir die ein Kofferradio imitierende Anlage eingeschalten, eine CD von Verdi eingelegt und natürlich auch für die nötige Sicht mit Hilfe von Kerzen gesorgt.

Mein Engelschen hat mir dann, nach einer guten Picknickjause, auch ein Jahrestagsgeschenk gemacht (…ich kann mich nur nicht mehr dran erinnern, was es war Blush)

Und als es dann an mir war, hab ich ihr gesagt, sie solle die Augen schließen, weil mein Geschenk nicht "eingepackt" wäre.

Das war natürlich eine Lüge, weil ich kein Geschenk, sondern eine Frage hatte. ;)

Ich nahm also Ihre Hände in meine, hielt ihr die Schachtel mit dem Ring vor die Nase und fragte die Frage aller Fragen.