In den Morgen starteten wir in gewohnter Manier: langsam und erholt aufwachen, gemütlich zum Frühstücksbuffet geschlendert, in Seelenruhe die selbst verschriebene Schonkost (Brot, Kaffee, Tee) verspeist und dem Tag noch sehr gelassen entgegengesehen.

Kaum wieder im Zimmer angekommen erfasste uns nach dem Blick auf die Uhr eine gewisse Unruhe, mancherorts auch Panik genannt. Coco gatschte sich die Hochzeitsfarbe ins Gesicht, wir gaben uns noch einen letzten ledigen Kuss, und sie marschierte in den Keller zum Friseur.

Daniel: In der Zwischenzeit habe ich mich gestylt, geschminkt und gestriegelt, und bin dann in das vom Hotel zur Verfügung gestellte Umzieh-Zimmer gewandert, wo ich auf meine Hochzeitskleidung wartete, die erst gebügelt wurde. Als Beschäftigung habe ich die Ehering-Haltekonstruktion gebastelt, die später bei der Zermemonie benoetigt wurde. Als mein Hemd und Hose endlich kam, zog ich mich rasch an, prüfte mich 87 mal im Spiegel, und marschierte dann mit den Ringen zu dem Platz, wo ich später heiraten sollte. Hier wanderte ich dann auf und ab, und wartete auf unseren Auftritt.

Coco: Der Friseurladen bestand aus zwei Kellerräumen neben dem Spa-Bereich. Der Friseur erinnerte mich sehr an Baldy Man. Er forderte mich auf, in den Spiegel zu schauen, um ihm meine Vorstellungen von der Frisur mitzuteilen. Das fiel mir allerdings sehr schwer, da ich ihn ebenfalls im Spiegel sehen konnte und dieser Anblick mich wieder an meine gestrige Übelkeiten denken ließ. Das Ergebnis war jedoch durchaus in Ordnung.
Kaum wieder in unserem Zimmer, klopfte es auch schon an der Tür und die Kammerzofe (!) kam um mir beim Ankleiden zu helfen. Sie wickelte mich in mein Hochzeitsgewand, dann klopfte es erneut an der Tuer. Varsha, unsere Trauzeugin, brachte mir den Brautstrauß. Er war eine Kombination aus hellrosa Orchideen, dunkelrosa Gerbera, Schleierkraut und Farnblättern – und genauso wie ich ihn in Auftrag gegeben hatte. Da alle guten Dinge drei sind klopfte es das letzte Mal an meiner Tuer. Der Fotograf und der Kameramann wollten noch ein paar Aufnahmen auf der Terrasse machen. Da ich in der Hitze des Gefechts einen unheimlichen Saustall hinterlassen habe, war mir das etwas unangenehm. Das werden sicher sehr authentische Fotos Embarassed.
Mit meinem Gefolge bestehend aus Varsha, einem Kameramann und einem Fotografen, stolzierte ich durch die Hotelanlage zu meinem (hoffentlich) wartenden Zukünftigen. Sogar 10 Minuten zu früh *stolzsei*

Daniel: Irgendwann kam auch der Standesbeamte, stellte sich an den Hochzeitstisch mit einer riesigen Mappe und begann, diverse Formulare und Blätter auszufüllen. Warum er das nicht schon vorher vorbereiten konnte fragte ich mich in diesem Moment jedoch nicht, ich hatte andere Dinge im Kopf. Als der DJ dann die von mir bestellte Einzugsmelodie (Johann Pachelbel’s Kanon in D-Dur) zu spielen begann und mir durch seine Sonnenbrille anfing wild zuzuzwinkern, wusste ich, meine Holde ist nicht mehr weit. Mir war nämlich aufgetragen worden, mich nicht umzudrehen, bis sie an meiner Seite stehe. So drehte ich meine Augen so weit sie gingen auf die Seite, bis ich schließlich einen weißen Schein an meiner Rechten bemerkte. Varsha (inzwischen nach vorne gelaufen) nickte mir zu, dass ich mich nun umdrehen durfte.
Zuerst sah ich nur ein strahlendes Gesicht, das mich wunderbar geschmückt anlächelte. Auf der Stirn ein Tikka, Blumen im offenen Haar und gold-glänzende Lippen. Als ich dann meinen Blick herauszoomte ist mir erst der weiße Sari aufgefallen. Mit goldenen Verzierungen und einem atemberaubenden, weil nahezu durchsichtigen Choli (das ist das Oberteil eines Saris). Coco war wunderschön!
Ich bin aus dem Staunen erst herausgekommen, als Varsha und der DJ wild gestikulierten, dass ich meine Braut doch endlich an der Hand nehmen und ihr einen Kuss geben solle. Dies tat ich dann auch, und wir schreiteten langsam dem „Traualtar“ entgegen.

Coco: Kurz vor dem Treffpunkt gab mir Varsha zu verstehen, dass ich warten solle und dann auf Kommando zu Daniel gehen dürfe. Er stand mit dem Rücken zu mir. Da ich sein Hochzeitsoutfit bereits kannte, wartete ich nur auf die Überraschung, diese (hoffentlich positive) auch in seinem Gesicht zu sehen. Als ich die ganze Location mit meinen Augen erfasste wurde mir eigentlich richtig bewusst, dass jetzt wohl der Augenblick gekommen ist. Kaum neben Daniel angekommen, blickte er mich auch schon mit seinen strahlend blauen Augen und einem Lächeln auf dem Gesicht an. Er stand nur da und schaute. An seinem Gesichtsausdruck konnte ich erkennen, dass ihm offensichtlich mein Anblick gefiel. Kiss
Nach einem Wink von Varsha nahm er mich bei der Hand und wir gingen zu den „karibisch“ geschmückten Sesseln am Meeresstrand unter zwei wunderschoenen Palmen.

Daniel & Coco: Wir sassen nun auf diesen tollen Korbsesseln, Fotograf und Kameramann direkt vor uns, der Standesbeamte (um die Sicht nicht zu verdecken) stand zu unserer Rechten, und er begann auch schon mit dem offiziellen Teil.
Natuerlich mussten wir uns wieder enorm konzentrieren um seinen Worten folgen zu können und um unseren Einsatz nicht zu verpassen. Zeitweise nickten wir zustimmend und lächelten ihn an, um ihm den Eindruck zu vermitteln, wir folgen jedem seiner Worte. Irgendwann war es dann soweit, er schaute Daniel ziemlich direkt, fast streng, an und fragte „Do you, Deniell, ……“ bis er irgendwann stoppte und offensichtlich eine Antwort erwartete. Daniel antwortete natürlich mit „I do“, worauf der Standesbeamte sich dann Coco widmete und ihr die selbe Frage stellte. Ein kurzer Blick auf das hübsche Gesicht neben ihr, und schon antwortete auch sie mit „I do“.
Dann wurde das selbe noch ca. 2 mal gefragt, einmal im Stehen, dann mit Ringen und einem noch viel längeren und noch viel schlechter zu verstehenden Text. Immer wieder wurden wir von Kameramann und Fotograf mit „show de ring“ zum posen aufgefordert, die Zeremonie machte eine kurze Pause während ein Hubschrauber vorbeiflog, und auch die Leichtigkeit der Sessel bei Wind sorgte fuer Action. Als der Standesbeamte dann mit ernster und fast andächtiger Stimme „I now pronounce you husband and wife“ verkündete, startete der DJ unser zweites Lied. Dieses war als Auszugsmelodie gedacht und sorgte mit seinem Happy-Reggae-Sound fuer einen pikierten Standesbeamten und einer ungewollt komische Atmosphäre.
Naja, die ganze chaotische Zeremonie war eben typisch Daniel und Coco Cool.

Nach den geleisteten Unterschriften begann der entspannte Teil der Feier: Wir bekamen zwei Cocktails in Kokosnüssen, die Torte wurde angeschnitten, die Trauzeugen beschmissen uns mit Reis und alle bekamen ein Stück vom Kuchen.

Als wir unsere Tortenstücke fertig gegessen hatten (wir mussten uns für den Fotografen wie Kinder füttern) begann der anstrengende Teil: das Foto- und Videoshooting. Die beiden schleppten uns von einer Location zur nächsten, gaben Anweisungen, korrigierten unsere Posen, und waren generell voll in ihrem Element. Wir ließen einfach nur mit uns geschehen und lachten teilweise jetzt schon über die schrecklich kitschigen Fotos, die wir in wenigen Tagen in Händen halten wuerden.

Nach einer sehr kurzen Erholungsphase schlenderten wir ins L’Horizon, einem dem Hotel zugehörigen Restaurant, und entspannten beim Candlelight Dinner. Unter einem mit Stroh bedeckten Pavillon wurde ein Tisch festlich für uns gedeckt. Wir stießen mit Champagner auf uns an, das Essen jedoch entsprach nicht ganz unseren Erwartungen. Wir wurden trotzdem satt.

Der Rest bleibt unser Geheimnis …

3 Gedanken zu „Tag 9: 17.7.2007, der grosse Tag

  1. oh!

    Da gratuliere ich euch einmal!! Hab ich voll vergessen ehrlich gesagt…

    Strampelt der kleine schon?!

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