Tag 14: Heimwärts

22.07.2007 – Die Heimreise begann um 3:00 Uhr morgens. Die letzten Sachen in die Koffer gepackt, kurz um 4:00 Uhr gefrühstückt, um 5:00 Uhr mit dem Taxi zum Flughafen, um 8:30 Uhr in den Jumbo der Air France einsteigen, und den (subjektiv) längsten und miesesten Flug aller Zeiten zu ertragen. So viele schreiende (und in den Rücken tretende!) Kinder wie hier haben wir noch nie auf einem Haufen gesehen. Dann hat sich die Crew auch noch äußerst selten blicken lassen, weswegen wir während eines 11 Stundenfluges insgesamt nur 3 mal mit Geträngen versorgt wurden. In Kombination mit der trockenen Kabinenluft resultierte dies in zwei völlig ausgetrockneten Eheleuten, die sich in Paris mit letzter Kraft in den Flieger der Austrian Airlines schleppte. Kaum sassen wir und lauschten dem wunderbar Österreichischen Akzent der Flugbegleitung und der Piloten fühlten wir uns schon wie zuhause. Das Abendessen bestehend aus Leberkäse, Kartoffelpüree mit Fisolen verstärkte das heimatlliche Gefühl sehr.

Wir landeten in Wien Schwechat, schlenderten zur Gepäckförderband und kamen nach längerer Zeit des Wartens zur Kenntnis, dass sich einer unserer Koffer einen Extra-Tag in Paris gönnen wollte. Als wir dann leicht verstimmt in der Ankunftshalle erschienen, wurden wir auch schon gleich wieder aufgemuntert: Freunde und Familie haben sich zu dieser späten Zeit zusammengefunden um uns mit einem Transparent, Sekt und vielen Grüßen und Küssen in der Heimat willkommen zu heißen.  Selbstverständlich war unser Auto ebenfalls dekoriert: der obligatorische "Just Married" Schriftzug zierte die Heckscheibe und die angebundenen Dosen taten ihres, um alle Fußgänger wissen zu lassen, dass zwei Frischvermählte vorbeifahren. Zu Hause angekommen fanden wir unsere 35°C warme Wohnung liebevoll mit Herzen und Blumen dekoriert vor und einen vollgeräumten Kühlschrank. Es war wirklich schön empfangen mit soviel Liebe und Herzlichkeit wieder zu Hause anzukommen!

Tag 13: Der letzte Tag

21.07.2007 – Der Tag vor der Abreise ist immer übel, bei uns war es jedoch fast schon körperlich schmerzhaft. Obwohl aus den grauen Wolken zeitweise Tropfen fielen, ließen wir es uns es nicht nehmen, uns früh auf den Strand zu legen. Egal wohin wir in die schöne Landschaft blickten, überall wurden wir daran erinnert, dass es bald vorbei sein wird. Wir versuchten uns jedes Detail einzuprägen, um im grauen Alltag im Ösiland daraus wieder Energie tanken zu können. Am Nachmittag begannen wir dann mit dem lustlosen Kofferpacken. Da wir keine Waage zur Verfügung hatten, hofften wir, dass wir unsere Sachen gleichmäßig in den Gepäckstücken verstaut haben. Die Irritation war bei uns beiden zu spüren, ein letzter perfekter Sonnenuntergang kalmierte unsere Gemüter dann doch wieder.

Tag 12: QUAD!!

20.07.2007 – Auf den heutigen Tag haben wir uns fast so sehr gefreut wie auf die Hochzeit. Okay, das war jetzt natürlich übertrieben, aber wir starteten voll Elan, Hoffnung und Aufregung in den Tag, obwohl wir für unsere Verhältnisse extrem früh aufstehen mussten, denn Abfahrt war um 8:00 Uhr morgens. Ein Minibus brachte uns quer über die Insel in ein Areal namens „L’Étoile„, welches im Ost-Süd-Östlichen Teil von Mauritius angelegt ist. Es handelt sich um ein Naturschutzgebiet, durch das man seltsamerweise mit Mountainbikes, Quads und Jeeps fahren kann, und welches auch zum Jagen genutzt werden kann. Wir nutzten diese für uns wunderbare Kombination und hetzten auf zwei 380cc Maschinen ca. 3 Stunden über Stock und Stein. Der Tag begann regnerisch, was sich dann als Segen herausstellte. Denn so waren die Feldwege rutschig und voller Pfützen, die Bergwege ebenfalls matschig und anspruchsvoll, wodurch das ganze nicht nur eine Sightseeing Tour, sondern auch eine Art Rally wurde. Und weil das ganze noch nicht Action genug war, kam es bei der Rückfahrt noch zu einer kleinen Massenkarambolage, an der wir Gott-sei-Dank nicht verursachend beteiligt waren. Völlig verdreckt, aber vollgepumpt mit Adrenalin und Glückshormonen wurden wir dann auch hier mit einem Mittagsbuffet verköstigt. Im Paketpreis war noch Bogenschießen inkludiert. Dies stellte sich aber als sehr mageres Goodie dar, da jeder Teilnehmer exakt 3 Pfeile abschiessen konnte, bevor man sich bei uns für unser Kommen bedankte und den Wunsch auf ein baldiges Wiedersehen aussprach.

Wir wurden wieder in den Minibus verfrachtet und traten die Heimreise an, wo wir uns gründlich in der Dusche abschrubben konnten und es sogar noch schafften an den Strand zu japsen. Leider mussten wir unsere geplanten Schnorcheltour für den späteren Nachmittag absagen, da eine ausnehmend frische Brise samt Schlechtwetterwolken und aufzog. Diese veranlasste Coco auch in kiloweise Handtüchern eingewickelt wie eine Lungenkranke an der Nordsee den restlichen Tag am Strand zu verbringen. Der Kanadier hatte es da schon ein bisschen leichter.

Tag 11: Pamplemousse

19.07.2007 – Wir hatten viel vor, daher sind wir natürlich wieder viel zu spät aufgestanden und haben wieder fast eine Stunde mit Buswarten verbracht. Da unsere lieben Zuhausegebliebenen sicher schon auf Nadeln sassen, mussten wir Nachricht geben, sind daher in unser bereits geliebtes Grand Baie gefahren und schnurstracks ins Internet Café zum bloggen gegangen. 2 Stunden später haben wir uns ein wenig gestärkt, diesmal in einem Mauritischen Asiatischen Restaurant. Das Essen war ausgesprochen lecker, nur mit dem Bestellen haben wir etwas vermurkst, da unser bestellter Beilagenteller eine eigene Hauptspeise wurde. So hatten wir einen Tisch voller Essen und eigentlich nur Guster auf einen Snack …

Nachdem der Tag dann mittlerweile etwas fortgeschritten war, kamen wir eigentlich zum Hauptprogrammpunkt des Tages – Pamplemousses Botanical Garden. Nach geschicktem Verhandeln haben wir einen Taxifahrer dazu gebracht, uns in den ältesten Botanischen Garten in der Südlichen Hemisphäre zu bringen, auf uns zu warten, und uns anschließend wieder ins Hotel zurückzuführen. Und das zum Supersonderpreis von 775 Rupien, was umgerechnet 19 Euro entspricht. Aber nur weil wir ihm so sympatisch waren, normalerweise kostet diese Fahrt um einiges mehr 😉

Der auch Sir Seewoosagur Ramgoolam Botanical Garden genannte Garten umfasst 37 Hektar. Seit 1735 wird dieses Areal als botanischer Garten genutzt und ist insbesondere durch seine riesigen Wasserlilien bekannt. Doch auch die anderen exotischen Pflanzen sind sehens- und riechenswert. Leider kamen wir eine knappe Stunde vor Schließung im Garten von Pamplemousse an. Wir wurden schnell von einem Guide abgefangen, der uns anschließend eine Führung gab. Hier lernten wir einerseits viel über die hier wachsenden Pflanzen, andererseits wurden wir köstlich unterhalten, denn der Guide entpuppte sich als sehr amüsant. Abschließend können wir nicht genau sagen, welche Pflanzennamen der Guide sich ausgedacht hat, und welche Bäume und Sträucher tatsächlich so genannt werden. Lediglich der Name der Millionärspalme bestätigte zu einem späteren Zeitpunkt eine anderer Mauritianer bestätigen; Es handelt sich hierbei um Palmen, aus denen Palmherzen (ein Teil des Stammes) gewonnen werden. Ein ganzer Baum muss 10 bis 15 Jahre wachsen um etwa 500g Palmherz zu gewinnen.

Heute war ausserdem auch der erste Tag, an dem wir am Abend nicht das Dinner-Buffet im Superbe in Anspruch nahmen, sondern eine Reservierung im La Casa, dem Italienischen Restaurant am südlichen Eck der Hotelanlage, hatten. Wir ärgerten uns anschließend sehr, dass wir nicht schon früher im La Casa gegessen haben, denn selbst das "Halbpensions-Menü" war ausgezeichnet. Wir haben natürlich gleich für die restlichen Abenden reserviert, denn so lecker und abwechlungsreich das Buffet auch war, nach 10 Tagen kam uns das ganze schon bei den Ohren raus.

Tag 10: Der Tag danach

18.07.2007 – Heute war wieder einmal Entspannung angesagt. Wir wachten unerwartet früh auf und haben unsere Bestellung für das Breakfast-in-bed, dem Hochzeitsfrühstück, welches das Hotel einem im Zimmer serviert, etwas vorverlegen müssen. So sind wir dann frisch verheiratet, noch total verträumt und doch noch immer ein wenig aufgekratzt in den Tag gestartet, der dann im Anschluss eher unspektakulär war: es wurde sich am Strand ausgeruht.

Tag 9: 17.7.2007, der grosse Tag

In den Morgen starteten wir in gewohnter Manier: langsam und erholt aufwachen, gemütlich zum Frühstücksbuffet geschlendert, in Seelenruhe die selbst verschriebene Schonkost (Brot, Kaffee, Tee) verspeist und dem Tag noch sehr gelassen entgegengesehen.

Kaum wieder im Zimmer angekommen erfasste uns nach dem Blick auf die Uhr eine gewisse Unruhe, mancherorts auch Panik genannt. Coco gatschte sich die Hochzeitsfarbe ins Gesicht, wir gaben uns noch einen letzten ledigen Kuss, und sie marschierte in den Keller zum Friseur.

Daniel: In der Zwischenzeit habe ich mich gestylt, geschminkt und gestriegelt, und bin dann in das vom Hotel zur Verfügung gestellte Umzieh-Zimmer gewandert, wo ich auf meine Hochzeitskleidung wartete, die erst gebügelt wurde. Als Beschäftigung habe ich die Ehering-Haltekonstruktion gebastelt, die später bei der Zermemonie benoetigt wurde. Als mein Hemd und Hose endlich kam, zog ich mich rasch an, prüfte mich 87 mal im Spiegel, und marschierte dann mit den Ringen zu dem Platz, wo ich später heiraten sollte. Hier wanderte ich dann auf und ab, und wartete auf unseren Auftritt.

Coco: Der Friseurladen bestand aus zwei Kellerräumen neben dem Spa-Bereich. Der Friseur erinnerte mich sehr an Baldy Man. Er forderte mich auf, in den Spiegel zu schauen, um ihm meine Vorstellungen von der Frisur mitzuteilen. Das fiel mir allerdings sehr schwer, da ich ihn ebenfalls im Spiegel sehen konnte und dieser Anblick mich wieder an meine gestrige Übelkeiten denken ließ. Das Ergebnis war jedoch durchaus in Ordnung.
Kaum wieder in unserem Zimmer, klopfte es auch schon an der Tür und die Kammerzofe (!) kam um mir beim Ankleiden zu helfen. Sie wickelte mich in mein Hochzeitsgewand, dann klopfte es erneut an der Tuer. Varsha, unsere Trauzeugin, brachte mir den Brautstrauß. Er war eine Kombination aus hellrosa Orchideen, dunkelrosa Gerbera, Schleierkraut und Farnblättern – und genauso wie ich ihn in Auftrag gegeben hatte. Da alle guten Dinge drei sind klopfte es das letzte Mal an meiner Tuer. Der Fotograf und der Kameramann wollten noch ein paar Aufnahmen auf der Terrasse machen. Da ich in der Hitze des Gefechts einen unheimlichen Saustall hinterlassen habe, war mir das etwas unangenehm. Das werden sicher sehr authentische Fotos Embarassed.
Mit meinem Gefolge bestehend aus Varsha, einem Kameramann und einem Fotografen, stolzierte ich durch die Hotelanlage zu meinem (hoffentlich) wartenden Zukünftigen. Sogar 10 Minuten zu früh *stolzsei*

Daniel: Irgendwann kam auch der Standesbeamte, stellte sich an den Hochzeitstisch mit einer riesigen Mappe und begann, diverse Formulare und Blätter auszufüllen. Warum er das nicht schon vorher vorbereiten konnte fragte ich mich in diesem Moment jedoch nicht, ich hatte andere Dinge im Kopf. Als der DJ dann die von mir bestellte Einzugsmelodie (Johann Pachelbel’s Kanon in D-Dur) zu spielen begann und mir durch seine Sonnenbrille anfing wild zuzuzwinkern, wusste ich, meine Holde ist nicht mehr weit. Mir war nämlich aufgetragen worden, mich nicht umzudrehen, bis sie an meiner Seite stehe. So drehte ich meine Augen so weit sie gingen auf die Seite, bis ich schließlich einen weißen Schein an meiner Rechten bemerkte. Varsha (inzwischen nach vorne gelaufen) nickte mir zu, dass ich mich nun umdrehen durfte.
Zuerst sah ich nur ein strahlendes Gesicht, das mich wunderbar geschmückt anlächelte. Auf der Stirn ein Tikka, Blumen im offenen Haar und gold-glänzende Lippen. Als ich dann meinen Blick herauszoomte ist mir erst der weiße Sari aufgefallen. Mit goldenen Verzierungen und einem atemberaubenden, weil nahezu durchsichtigen Choli (das ist das Oberteil eines Saris). Coco war wunderschön!
Ich bin aus dem Staunen erst herausgekommen, als Varsha und der DJ wild gestikulierten, dass ich meine Braut doch endlich an der Hand nehmen und ihr einen Kuss geben solle. Dies tat ich dann auch, und wir schreiteten langsam dem „Traualtar“ entgegen.

Coco: Kurz vor dem Treffpunkt gab mir Varsha zu verstehen, dass ich warten solle und dann auf Kommando zu Daniel gehen dürfe. Er stand mit dem Rücken zu mir. Da ich sein Hochzeitsoutfit bereits kannte, wartete ich nur auf die Überraschung, diese (hoffentlich positive) auch in seinem Gesicht zu sehen. Als ich die ganze Location mit meinen Augen erfasste wurde mir eigentlich richtig bewusst, dass jetzt wohl der Augenblick gekommen ist. Kaum neben Daniel angekommen, blickte er mich auch schon mit seinen strahlend blauen Augen und einem Lächeln auf dem Gesicht an. Er stand nur da und schaute. An seinem Gesichtsausdruck konnte ich erkennen, dass ihm offensichtlich mein Anblick gefiel. Kiss
Nach einem Wink von Varsha nahm er mich bei der Hand und wir gingen zu den „karibisch“ geschmückten Sesseln am Meeresstrand unter zwei wunderschoenen Palmen.

Daniel & Coco: Wir sassen nun auf diesen tollen Korbsesseln, Fotograf und Kameramann direkt vor uns, der Standesbeamte (um die Sicht nicht zu verdecken) stand zu unserer Rechten, und er begann auch schon mit dem offiziellen Teil.
Natuerlich mussten wir uns wieder enorm konzentrieren um seinen Worten folgen zu können und um unseren Einsatz nicht zu verpassen. Zeitweise nickten wir zustimmend und lächelten ihn an, um ihm den Eindruck zu vermitteln, wir folgen jedem seiner Worte. Irgendwann war es dann soweit, er schaute Daniel ziemlich direkt, fast streng, an und fragte „Do you, Deniell, ……“ bis er irgendwann stoppte und offensichtlich eine Antwort erwartete. Daniel antwortete natürlich mit „I do“, worauf der Standesbeamte sich dann Coco widmete und ihr die selbe Frage stellte. Ein kurzer Blick auf das hübsche Gesicht neben ihr, und schon antwortete auch sie mit „I do“.
Dann wurde das selbe noch ca. 2 mal gefragt, einmal im Stehen, dann mit Ringen und einem noch viel längeren und noch viel schlechter zu verstehenden Text. Immer wieder wurden wir von Kameramann und Fotograf mit „show de ring“ zum posen aufgefordert, die Zeremonie machte eine kurze Pause während ein Hubschrauber vorbeiflog, und auch die Leichtigkeit der Sessel bei Wind sorgte fuer Action. Als der Standesbeamte dann mit ernster und fast andächtiger Stimme „I now pronounce you husband and wife“ verkündete, startete der DJ unser zweites Lied. Dieses war als Auszugsmelodie gedacht und sorgte mit seinem Happy-Reggae-Sound fuer einen pikierten Standesbeamten und einer ungewollt komische Atmosphäre.
Naja, die ganze chaotische Zeremonie war eben typisch Daniel und Coco Cool.

Nach den geleisteten Unterschriften begann der entspannte Teil der Feier: Wir bekamen zwei Cocktails in Kokosnüssen, die Torte wurde angeschnitten, die Trauzeugen beschmissen uns mit Reis und alle bekamen ein Stück vom Kuchen.

Als wir unsere Tortenstücke fertig gegessen hatten (wir mussten uns für den Fotografen wie Kinder füttern) begann der anstrengende Teil: das Foto- und Videoshooting. Die beiden schleppten uns von einer Location zur nächsten, gaben Anweisungen, korrigierten unsere Posen, und waren generell voll in ihrem Element. Wir ließen einfach nur mit uns geschehen und lachten teilweise jetzt schon über die schrecklich kitschigen Fotos, die wir in wenigen Tagen in Händen halten wuerden.

Nach einer sehr kurzen Erholungsphase schlenderten wir ins L’Horizon, einem dem Hotel zugehörigen Restaurant, und entspannten beim Candlelight Dinner. Unter einem mit Stroh bedeckten Pavillon wurde ein Tisch festlich für uns gedeckt. Wir stießen mit Champagner auf uns an, das Essen jedoch entsprach nicht ganz unseren Erwartungen. Wir wurden trotzdem satt.

Der Rest bleibt unser Geheimnis …

Tag 8: Wir wollen sterben :(

16.07.2007 – Der heutige Tag war beschissen, im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir wurden am gestrigen Abend vergiftet. Ob es eifersuechtige Ex-Freunde oder -Freundinnen waren, wird zwar noch untersucht, es koennte sich aber auch um eine ordinaere Lebensmittelvergiftung gehandelt haben. Jedenfalls haben wir in der Nacht vor Uebelkeit kaum schlafen koennen, nur um extra-frueh aufstehen zu muessen und mit einem Guide nach Port-Louis zu fahren. Hier wurden wir von einem Amt zum anderen geschleppt, mussten diverse Unterschriften leisten, Schwuere abgeben und konnten uns kaum auf den Beinen halten.

Als die Tortur zu Mittag endlich zu Ende war, wurden wir noch nach Triolet geschleppt. Dort machten wir Bekanntschaft mit unserem Standesbeamten, der am naechsten Tag die Trauung vornehmen wuerde. Auf die Frage, ob wir die Trauworte vielleicht als Niederschrift mitnehmen koennten, um uns vorzubereiten, meinte er nur laechelnd, dass alles ganz entspannt sein werde und wir ihm nur nachsprechen muessten. Diese "beruhigenden" Worte machten uns nur noch nervoeser, da wir sein Mauritisches FranzEnglisch fast ueberhaupt nicht verstehen konnten (sogar der Canadier nicht).

Schnell wieder ins Hotel zurueck, und den Rest des Tages bei Wasser, Brot und Tabletten im Bett verbracht. Die Details ersparen wir Euch.

Tag 7: mal wieder nur gechillt

15.07.2007 – So wie es sich fuer einen Sonntag gehoert, haben wir heute nichts gemacht. „Am Siebten Tage Sollst Du Ruhen“ oder so aehnlich. So sind wir nach dem Fruehstueck an den Strand gewandert und haben bemerkt, dass unsere Aversion gegen das „Liege-Mit-Handtuch-Reservieren“ fuer uns nicht immer vorteilhaft ist. Dennoch haben wir uns unter einer kleinen Palme breitmachen koennen. Doch nach kurzer Zeit hatten wir schon wieder Ameisen im Hintern (sprichwoertlich  🙂 und schwangen uns auf Seekajaks, mit denen wir auf den Wellen geritten sind. Wir verliessen den grossen Teich erst, als uns die Badewascheln wieder zurueckgewunken haben, weil sie nach Hause gehen wollten.

Abends gingen wir frueh in’s Bett, weil uns am naechsten Tag der anstrengende „Behoerden-Tag“ bevorstand.

Tag 6: Grand Baie, die Zweite

14.07.2007 – Da wir unseren Liebsten ein paar Kleinigkeiten mitnehmen möchten 🙂 , machten wir uns wieder einmal auf den Weg zur Bushaltestelle, um nach Grand Baie zu fahren. Da leider Samstag ist, verkehren die Busse noch seltener als sonst. Nur der Stolz, doch nicht dem Taxifahrer nachgeben zu müssen, ermöglichte es uns eine geschlagene Stunde auf den Bus zu warten.

Da wir bereits alle Stände und Shops kannten war es uns möglich, einigermassen gezielt einkaufen gehen zu können. Dennoch schaffte es Grand Baie, uns neue Perspektiven zu öffnen. Vollgepackt mit Plastiksackerln haben wir auch endlich einen Internetshop gefunden. So sitzen wir nun hier und schreiben unser Tagebuch der letzten Tage nach, um Euch nicht ganz im Ungewissen lassen zu muessen. Wir vermissen Euch!

Tag 5: Port Louis

13.07.2007 – Das Ziel unseres heutigen Urlaubstages hiess Port Louis. Nachdem wir bereits gute Erfahrungen mit den mauritischen Oeffentlichen Verkehrsmitteln gesammelt hatten, wagten wir uns selbstsicher an die etwas laengere Busfahrt in die Hauptstadt von Mauritius.

Nachdem wir heil und durchgeruettelt am Busbahnhof angekommen waren, mussten wir uns erst orientieren. Da die meisten Sehenswuerdigkeiten auf unserer To-Do Liste nicht weit voneinander entfernt waren, hatten wir bald den Durchblick. Wir gingen als erstes zum Quaie, am Post Office vorbei, sahen uns das Hafentreiben ein wenig an und schlenderten dann schnurstracks auf das Blue Penny Museum zu. Hier sind zwei der letzten erhaltenen beruehmten Briefmarken – eine Rote und eine Blaue Mauritius – ausgestellt. Nebenbei erfuhren wir noch eine Menge ueber die britische Besatzung auf Mauritius.

Nach einem kurzen Snack wagten wir uns auf den Central Market. Dieser zweigeschossige Markt wirkt fuer uns Europaeer etwas ueberladen, jedoch die Fruechte und das Gemuese im Erdgeschoss war ausnehmend appetitlich praesentiert. Im oberen Stockwerk wuselten wir uns durch Souvenierstaende aller Art.

Nach anfaenglichen Orientierungsproblemen am Busbahnhof sassen wir letzendlich doch im richtigen Bus und traten die Heimreise an.
Spontan wie wir sind machten wir uns gleich zum Hoteleigenen Bootshaus auf, um uns ein Tretboot auszuleihen. Die Freude war nicht von langer Dauer, nach 10 Minuten wurden wir wieder ans Ufer gewunken, da der Bootsverleih um 17 Uhr die Pforten schliesst.

Wir freuten uns schon auf den angekuendigten Sega-Abend. Leider entpuppte er sich als musikalisches Intermezzo beim Abendessen.

Tag 3: Grand Baie

11.07.2007 – Auch heute haben wir bemerkt, wieviel Zeit verloren geht, wenn man etwas anderes als Cola fruehstueckt. Eigentlich wollten wir am Vormittag nach Grand Baie fahren und uns am Nachmittag an den Strand legen. Doch wir verliessen das Hotel erst gegen Mittag (MIttagessen liessen wir sausen). Nach einem Fussmarsch von ca. 1,5km erreichten wir die Bushaltestelle. Auf dem Weg dorthin mussten wir unzaehlige Taxler abwimmeln, fuer die es unerklaerlich schien, dass Gaeste aus dem Victoria mit dem Bus fahren wollen. So stehen wir gegenueber der Bushaltestelle im Schatten eines kleinen Schneiderladens, und eilten bei jedem Bus, den wir in der Ferne erspaehten, auf die andere Strassenseite. Leider fuhren alle Busse nach Port Louis. Es gesellte sich ein Piefkepaerchen zu uns und als wir nahe dran waren, uns ein Taxi zu teilen, kam der langersehnte Bus nach Grand Baie.

Nach einer dreiviertelstuendigen Fahrt durch die schoene Landschaft entlang der Kueste erreichten wir Grand Baie. Die wunderschoene Bucht mit einem kleinen Hafen wird von einer Promenade, dem Sunset Boulevard, umfasst. Hier flanierten wir nahezu den ganzen Nachmittag.

Nach unzaehligen Juwelierlaeden gaben wir schon fast die Hoffnung auf, hier passende Trauringe zu finden. Wir spazierten einen kleinen Huegel zum Bazar de Grand Baie hinauf – und wurden fuendig. Zwischen Paschminas, Souvenierschiffen und gefaelschten Markenartikeln entdeckten wir in einem kleinen Schmuckladen wunderschoene und aussergewoehnliche Silberringe.

Zurueck am Sunset Boulevard wagten wir uns an einheimische Snacks von Strassenverkaeufern. Coco hat sich bei der in Teig gebackenen Chili ordentlich den Mund verbrannt. Die restlichen Haeppchen mit undefinierbarem Dip im Plastiksackerl waren ausgezeichnet. Kurz noch im Supermarkt eingekauft und schon sassen wir wieder im Bus nach Pointe-aux-Piment. Fast die Haltestelle verpasst, hielt der Bus doch noch rechtzeitig fuer uns, und Daniel schleppte die Getraenke ins Hotel. Dort angekommen mixten wir uns einen Mango-Cocos-Rum Cocktail mit echten Mauritischen Rum.

Tag 2: Hochzeitsplanung

10.07.2007 – Wir wachten so gegen 9:30 Uhr auf und stellten fest, dass wir, wenn wir noch fruehstuecken wollten, uns beeilen muessten. Das Fruehstuecksbuffet sperrt naemlich um 10 Uhr. Wir machten uns in Windeseile fertig und stellten beim Hinausstuermen fest, dass wir in unserem Postfach eine Nachricht von unserem Weddingplanner haben. Also nix mit Fruehstueck.

Wir eilten zum vereinbarten Treffpunkt, doch in der Corail Bleue Bar war noch niemand. Nach einer Weile erschien mit Mauritischer Gelassenheit nicht die erwartete junge Dame, sondern Ashvin, unser Organisator. Er zeiget uns ein Fotoalbum mit Fotos von vorangegangenen Hochzeiten im Le Victoria. Wir suchten uns den Blumenschmuck, die Torte, Sesseln und sonstige Kleinigkeiten fuer die Hochzeit aus und legten den Zeitplan fest:

Am 17.7.2007 kommt um 10 Uhr eine Dame unsere Sachen zum Buegeln abholen. Um 13 Uhr wird der Blumenschmuck geliefert und um 16 Uhr (14 Uhr in Oesterreich) wird die Zeremonie vorgenommen. Danach werden Fotos gemacht und um 19 Uhr feiern wir bei einem Candlelight Dinner.
Nun mussten wir nur noch einen geeigneten Platz fuer die Trauung finden. Wir entschieden uns fuer einen Platz zwischen zwei Palmen mit Blick auf Strand und Meer.

Kaum hatten wir das Hochzeitsmeeting beendet, mussten wir auch schon zum naechsten Treffen – diesmal mit Nathalie, unserer Reisebetreuerin – eilen. Doch kaum haben wir diese ausnehmend attraktive Creolin kennengelernt, stiessen zwei Wiener hinzu. In proletoider, jedoch freundlicher Manier rissen sie das Gespraech an sich.
Endlich wieder zu dritt liessen wir durch Nathalie unsere Tickets rueckbestaetigen. Weiters haben wir die Abfolge von Montag besprochen, dem Tag vor der Hochzeit. An diesem muessen wir naemlich die Amtswege erledigen. Wir sind mit Nathalie noch ein Paar Touri-Touren durchgegangen, doch fuer uns kam von Anfang an nur eine in Frage – mit dem Quad durch Mauritisches Gelaende Cool !

Da unser Fruehstueck ausgefallen war, freuten wir uns schon sehr auf das Mittagessen. Danach legten wir uns auf den Strand und liessen uns die Sonne auf den Bauch scheinen. Leider wehte ein starker Wind, der das Meerwasser auf unserer Haut nicht trocknen liess. So packten wir unsere Sachen nach nur eineinhalb Stunden wieder ein und machten es uns auf der Terrasse gemuetlich.

Tag 1: Mauri – Wir sind da

09.07.2007 – Der Flug ueber Paris war sehr anstrengend und von Turbulenzen gepraegt, aber wir sind heil in Mauritius angekommen.

Am Flughafen erwartete uns schon eine Repraesentantin des Reisebueros und wir wurden in einen Van verfrachtet. Die Autofahrt stand dem Flug um nichts nach – die Schlagloecher auf den Strassen hatten Schwimmbadausmasse und alle paar Meter wurde der Fahrer ueberfluessigerweise durch Speedbumps zum Bremsen gezwungen. Im Gegenzug dazu raste er ueber rote Ampeln. Die Landschaft ist vom Zuckerrohr gepraegt und die Siedlungen zeugten von Armut, jedoch auch dem Beginn des Aufschwungs. An den vielen Rohbauten und den sich in der Entstehung befindlichen Anbauten ist der zunehmende Tourismus sicherlich nicht ganz unbeteiligt.

Nach ca. 2 Stunden hielt der Bus vor einem imposanten Eisentor und uns zeigte sich eine ganz andere Welt. Wir fuhren im Schritttempo durch einen paradiesischen Garten. Ein Koffertraeger eilte herbei und holte unser Gepaeck aus dem Kofferraum. Wir betraten eine Lobby von atemberaubenden Ausmassen. Die Seitenwaende sind teilweise offen und wir konnten schon die erste Meeresbrise auf unserer Haut spueren. Waehrend wir auf unser Zimmer warteten, wurden wir gebeten ein Fruestueck einzunehmen. Das Buffet war bombastisch – von einer Eierstation, einem Crepesbaecker bis hin zu baked beans gab es alles was das herz begehrt.

Nach dem Fruehstueck war unser Zimmer hergerichtet und wir folgten dem Koffertraeger. Dieser wies uns immer wieder darauf hin, dass wir in der "Chef-Etage" wohnen … das wissen wir, schliesslich haben wir auch viel Geld dafuer bezahlt . Im Zimmer angekommen waren wir von der Groesse und Freundlichkeit des Raumes ueberwaeltigt. Sogar das grosszuegige Marmorbad, welches in das Zimmer integriert ist, konnte diesen Eindruck nicht schmaelern.

Nach dem Auspacken der Koffer nahmen wir unsere Mittagessen im einem der 3 Restaurants des Hotels, dem Superbe, ein. Als wir anhand der Getraenkerechnung feststellten, dass die Getraenkepreise unser Budget binnen kuerzester Zeit sprengen wuerden, machten wir uns auf den Weg zum naechsten Mini Market.

Bei unserer Ankunft in unserem Zimmer stand schon ein Willkommenskorb mit Fruechten und ein gekuehlter (echter) Champagner fuer uns bereit. Nach einem kleinen Nickerchen ging's wieder ans Essen. Der heutige Asiatische Themenabend kam unserem Geschmack absolut entgegen. Das Abendbuffet konnte mit dem Fruehstuecksbuffet locker mithalten.

Wieder auf dem Zimmer entdeckten wir ein paar gute englischsprachige Sender im TV 😉

SiebzehnNullSieben

Warum gerade am 17. Juli, warum gerade auf Mauritius?
Uns beiden war immer schon klar, egal wen und wann wir heiraten, es weit weg an einem weißen Sandstrand zu tun. Constance hatte sogar schon konkreterer Vorstellungen. Mauritius, eine kleine Insel im Paradies. Warum, weiß sie selbst nicht … Somit stand schon im Jänner fest, so ein weißer Prinzessinnen-Pinguin-Albtraum kommt für uns nicht in Frage – und wir haben großes Glück.

Der Juli fällt in den mauretanischen Winter und zählt somit zu der billigsten Urlaubszeit. Wenn man in einem Beachcomber-Hotel auf Mauritius heiratet, zahlt die Braut im Hotel nur die Hälfte und das Brautpaar erhält statt Halbpension den ganzen Aufenthalt über Vollpension. Kleine Aufmerksamkeiten wie Früchtekorb, Sekt, etc. sind selbstverständlich. Bei der AirFrance bekommt die Braut eine Ermässigung über € 100,00. Da wir obendrein noch einen Gutschein über € 70,00 von Ruefa-Reisen einlösen konnten, mussten wir uns nur noch für ein Hotel eintscheiden. Nach langer Recherche fiel unsere Wahl auf das „Le Victoria“. Den Usern vom Mauritius-Forum sei an dieser Stelle für die vielen Infos gedankt!

Als Datum suchten wir uns den 22. Juli 2007 aus, unseren „Halbjahrestag“. Leider finden am Sonntag keine Hochzeiten auf Mauritius statt, so entschieden wir uns für den 23. Juli 2007 – wir lernten uns ja schließlich in der Nacht vom 22. auf den 23. kennen, war somit auch in Ordnung. Doch leider findet an diesem Tag schon eine Hochzeit im Le Vic statt. … so kamen wir auf den 17. Juli 2007. Siebzehn war immer schon unsere Glückszahl – wir haben beide an einem Siebzehnten Geburtstag und Coco hat auch an einem Siebzehnten Namenstag. Das OK vom Reisebüro ließ jedoch auf sich warten und in uns kamen schon Zweifel – 17.07.2007, das ist sicherlich ein begehrtes Hochzeitsdatum!
Doch wir hatten Glück, und so verbindet uns die 17 noch um ein bisschen mehr :)